Showing Page:
1/33
Unternehmensethik Zusammenfassung
1. Kapitel: Unternehmensethik als Teil der BWL?
1.1 Beispiele und Erkenntnisziele der Unternehmensethik
Erkenntnisse der Unternehmensethik:
Was ist moralisch richtig und was moralisch falsch? Begründungsziel
Wie lassen sich etwaige Probleme theoretisch konsistent beschreiben und erklären? Erklärungsziel
Wie gelangt man zu einer (im moralischen Sinne) Verbesserung des Status Quo? Gestaltungsziel
Unternehmensethik soll:
- „Orientierungswissen“ zur Verfügung stellen
- Klären „welche moralischen Normen und Ideale […] von den Unternehmen zur Geltung gebracht
werden können.
- „Entscheidungsträgern in Unternehmungen Erkenntnisse zur Lösung ethischer Fragestellungen […]
liefern“
- „der Identifizierung und Verarbeitung von moralischen Problemstellungen“ dienen
Besondere Relevanz des Gestaltungsziels:
- Wissen generieren, das eine Änderung der bestehenden Unternehmenspraxis ermöglicht
- Von Unternehmen selbst gewünscht
- Aus gesellschaftlicher Perspektive erwünscht
Praktischer Syllogismus: Ethisches Argument
- Naturalistischer (positivistischer) Fehlschluss
- Normativistischer Fehlschluss
Showing Page:
2/33
Ebene
Ergebnis
1.
Begründung
Aggressive Steuervermeidung ist illegitim
2.
Erklärung
(Diagnose)
Warum ist diese Steuervermeidung so weit verbreitet?
a) Gier b) Fehlanreize
3.
Gestalten
Einsicht schaffen/ Anreize ändern
Appellieren System ändern
Charakter stärken
1.2 Allgemeine Grundlagen unternehmensethischer Analyse
Abgrenzung grundlegender Begriffe
- Moral:
o Empirische Bedeutung: Wert- und Normengefüge eines abgegrenzten Kulturkreises
o Normative Bedeutung: Qualität einer Handlung; im Deutschen verstanden als Moralität bzw.
Sittlichkeit
- Ethik:
o Wissenschaft, deren Gegenstand sittliches und moralisches Handeln ist. Ethik befasst sich mit
Normen und Werturteilen, mit denen sich dieses Handeln als gut oder böse bewerten lässt
- Ethik ist die wissenschaftliche Reflexion der Moral
- Ethik und Moral verhalten sich wie Theorie und Praxis
- Ethik analysiert, nach welcher Moral Menschen ihr Handeln ausrichten und wonach sie es ausrichten
sollten
Deskriptive vs normative Aussagen
- Deskriptiv: Beschreibung und Erläuterung ohne Bewertung
- Normativ: Begründung, wie etwas sein soll [Wertend]
Beispiele:
- „Das Verhalten von Unternehmen A im Land B widerspricht gesetzlich kodifizierten
Menschenrechten -> deskriptiv [keine Wertung]
- „Es ist eine Schande, dass Unternehmen A im Land B gesetzlich kodifizierte Menschenrechte
verletzt hat.“-> normativ
- „Wenn Puma nicht auf Sozialstandards achtet, schadet das dem Geschäft“ -> deskriptiv
Showing Page:
3/33
1.3 Wissenschaftsverständnis in der Betriebswirtschaftslehre
Ablehnung ggü. Unternehmensethik
- Vertreter: Dieter Schneider
Kritik:
- Ablehnung der Einschränkung des Gewinnprinzips in der BWL
- „… nur gebackene Kuchen sättigen Hungrige … Nur wer Überschüsse erzielt hat, kann sie guten Zwecken
zuführen“
- Ablehnung einer ethisch-normativen BWL als „Lehre von der Unternehmensethik“
Aufgabe der BWL: Erkenntnis, nicht Politik:
- Offenlegung von ethnischen Basiswerturteilen
- Rückführung von Einzelzielen auf Basiswerturteile
- Analyse der Konflikte zwischen Gewinnprinzip und ethnischem Handeln
Schlussfolgerung:
- „Mit der Forderung nach einer Lehre von der Unternehmensethik innerhalb der BWL wird entweder eine
Vermarktungstechnologie mit dem wohlklingenden Wort „Ethik“ verefolgt …
- Oder es wird lediglich jene ethisch-normative Betrachtungsweise wieder zu beleben versucht, die ,in ihrer
absoluten Unfruchtbarkeit eines der erstaunlichsten sozial Phänomene bleibt.“
Weitere Ablehnungen:
- „Die Beschäftigung mit der Unternehmensethik ist überflüssig. Die Betriebswirtschaftslehre ist
Unternehmensethik.“ Horst Albach
Horst Albachs Kritik:
- Es gibt zu viele Ethiken und zu viele unternehmerische Entscheidungssituationen, denen Unternehmensethiker
realitätsfern gegenüberstehen.
- „Gute“ BWL: (langfristige) Sicherung der Funktion von UN
- Vorrang der Ethik des Schaffens vor der Ethik des Teilens
- Prinzip der Wirtschaftlichkeit: knappe Ressourcen sollen effizient eingesetzt werden, um wohlstandssteigernde
Effekte zu erzielen.
- Aufgabe des Staates: Gesetze erfassen, die ethisch gerechtfertigtes Handeln nahe legen.
Schlussfolgerung:
- Die Betriebswirtschaftslehre ist Unternehmensethik
- Nicht jeder Top-Manager ist ein guter Betriebswirt. Aufgabe eines guten Managers: Beschäftigung mit der
Theorie der Unternehmung und ihrer Weiterentwicklung
- Aufgabe des wissenschaftlichen Betriebswirts, sich ständig der ethischen Wurzeln seines Faches zu
vergewissern und seine Studenten zum Nachdenken darüber anzuregen.
Showing Page:
4/33